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Wo immer du auch bist, es sind deine Freunde, die deine Welt ausmachen.

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"Das Leben hat keinen Sinn außer dem, den wir ihm geben." Thornton Wilder

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hier werde ich jetzt ein paar gedichte reinstellen die mir gefellen.


Jakob van Hoddis - Weltende (1910)

Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,
In allen Lüften hallt es wie Geschrei.
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei.
Und an den Küsten - liest man - steigt die Flut.

Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen
An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.
Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.
Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.



MARIS - hannes-anna-gedicht

Du verlässt die Stadt
und die,
die dich lieben.
Und die,
die du nie gekannt hast.
Und die,
denen du nichts bedeutest.

Dein Atem auf der Fensterscheibe
nimmt dir den letzten Blick
auf die Gesichter deiner Freunde.
Und je näher du ans Fenster rückst,
desto verschwommener
werden ihre Umrisse.

Vor dir liegt
ein neues Leben.
Eins, vor dem du noch Angst hast,
weil alles so ungewiss scheint.

Weine nicht um sie,
die du zurücklässt.
Sie verweilen still an ihren Plätzen bis du fort bist.
Dann setzen sie sich langsam in Bewegung, Richtung Heimat
- mit den Gedanken bei dir.



Jörg Pfenig

Ganz und gar
liebenswert bist du
und hast doch Angst
der Liebe nicht wert
zu sein.

Gießt auf Flammen
so lange Wasser
bis sie nicht mehr
flackern

und glaubst
dann zu wissen:
sie waren nicht
Feuer genug.


Unbekannt

Wenn Du die Freiheit suchst
Wenn zu schnell vergeht, was schön genug war,
um länger zu dauern -
wenn das Glück
eine vom Aussterben
bedrohte Gefühlstart zu sein
scheint -
wenn du die Freiheit suchst
und findest dich wieder
umgeben von Mauern:
Dann mache nicht den Fehler,
dich selbst zu bedauern.
Du hast es falsch angefangen.
Du wirst das Glück wieder finden
und wieder verlieren.
Verliere nur nicht dein Verlangen.




Erich Fried - Drei Wünsche

Ich wollte manchmal
ich wäre so erfahren
wie ich alt bin
oder auch nur
so klug
wie ich erfahren bin
oder wenigstens
so glücklich
wie ich klug bin
aber ich glaube
ich bin
zu dumm dazu



Die Nacht

Umgeben von anderen und doch ganz allein.
Die Tränen verborgen, keiner kennt ihre Pein.
Getrieben von Sehnsucht, die niemand stillt.
Die Leere im Herzen, die niemand füllt.

Träumend von Liebe, Unterwerfung und Macht,
so streift sie alleine durch die Nacht.

Die Seele zerrissen von tiefem Schmerz.
Aus vielen Wunden blutet das Herz.
Wünsche zu äußern, schon lange verlernt
Von Liebe und Glück so endlos entfernt.

Träumend von Liebe, Unterwerfung und Macht,
streift sie alleine durch die Nacht.

Gefühle zu zeigen, sie sich längst nicht mehr traut.
Auf niemanden - außer sich selbst- mehr baut.
die Kraft zu ertragen sie langsam verlässt.
Die, die sie liebt, besorgen den Rest.

Träumend von Liebe, Unterwerfung und Macht,
so streif ich alleine durch die Nacht.



Erich Kästner - Prima Wetter

Wo sind die Tage, die so traurig waren
und deren Traurigkeit uns so bezwang?
Die Sonne scheint. Das Jahr ist sich im klaren.
Es ist, um schreiend aus der Haut zu fahren
und als Ballon den blauen Himmel lang!

Die grünen Bäume sind ganz frisch gewaschen.
Der Himmel ist aus riesenblauem Taft.
Die Sonnenstrahlen spielen kichernd Haschen.
Man sitzt und lächelt, zieht das Glück auf Flaschen
und lebt mit sich in bester Nachbarschaft.

Man könnte, denkt man, wenn man wollte, fliegen.
Vom Stuhle fort. Mit Kuchen und Kaffee.
Auf weißen Wolken wie auf Sofas liegen
und sich gelegentlich vornüber biegen
und denken: "Also das dort ist die Spree."

Man könnte sich mit Blumen unterhalten
und Wiesen streicheln wie sein Fräulein Braut.
Man könnte sich in tausend Teile spalten
und vor Begeisterung die Hände falten.
Sie sind nur gar nicht mehr dafür gebaut.

Man zieht sich voller Zweifel an den Haaren.
Die Sonne scheint, als hätt' es wieder Sinn.
Wo sind die Tage, die so traurig waren?
Es ist, um förmlich aus der Haut zu fahren.
Die größte Schwierigkeit ist nur: Wohin?




Ulrich Knobloch - VIELLEICHT

Vielleicht,
wenn ich tot bin,
wird es mit einem Mal hell
und ich erwache im Paradies,
umgeben von Engeln
und allen verstorbenen Menschen,
die ich kenne.

Vielleicht aber auch
wird es dunkel um mich
und ich schwebe und irre umher
in einem Nebel
und ich weiß nicht woher und wohin,
bis ich geführt werde
und begleitet auf meinem Weg.

Vielleicht aber auch
ist es mit einem Mal still
und ich weiß nichts und merke nichts
vom Leben und Tod
und liege gefühllos
und zerfalle zu Staub.

Vielleicht aber auch,
wenn ich tot bin,
erwache ich nur
aus einem bösen Traum
und sehe endlich klar,
dass dieses ganze Leben
nur ein Zerrbild war.



Erich Kästner - Traurigkeit die jeder kennt

Man weiß von vornherein, wie es verläft.
Vor morgen früh wird man bestimmt nicht munter.
Und wenn man sich auch noch so sehr besäuft:
die Bitterkeit, die spült man nicht hinunter.

Die Trauer kommt und geht ganz ohne Grund.
Und angefüllt ist man mit nichts als Leere.
Man ist nicht krank. Und ist auch nicht gesund.
Es ist, als ob die Seele unwohl wäre.

Man will allein sein. Und auch wieder nicht.
Man hebt die Hand und möchte sich verprügeln.
Vorm Spiegel denkt man: "Das ist dein Gesicht?"
Ach, solche Falten kann kein Schneider bügeln.

Vielleicht hat man sich das Gemüt verrenkt?
Die Sterne ähneln plötzlich Sommersprossen.
Man ist nicht krank. Man fühlt sich nur gekränkt.
Und hält, was es auch sei, für ausgeschlossen.

Man möchte fort und findet kein Versteck.
Es wäre denn, man ließe sich begraben.
Wohin man blickt, entsteht ein dunkler Fleck.
Man möchte tot sein. Oder Gründe haben.

Man weiß, die Trauer ist sehr bald behoben.
Sie schwand noch jedes Mal, so oft sie kam.
Mal ist man unten, und mal ist man oben.
Die Seelen werden immer wieder zahm.

Der Eine nickt und sagt: "So ist das Leben."
Der andre schüttelt seinen Kopf und weint.
Wer traurig ist, sei's ohne Widerstreben!
Soll das ein Trost sein? So war's nicht gemeint.



Heinrich Heine

Nimmer glaub ich, junge Schöne,
Was die spröde Lippe spricht;
Solche große schwarze Augen,
Solche hat die Tugend nicht.
Diese braungestreifte Lüge,
Streif sie ab; ich liebe dich.
Laß dein weißes Herz mich küssen -
Weißes Herz, verstehst du mich?



Oskar Loerke - Blauer Abend in Berlin

Der Himmel fließt in steinernen Kanälen;
Denn zu Kanälen steilrecht ausgehauen
Sind alle Straßen, voll von Himmelblauen;
Und Kuppeln gleichen Bojen, Schlote Pfählen

Im Wasser. Schwarze Essendämpfe schwelen
Und sind wie Wasserpflanzen anzuschauen.
Die Leben, die sich ganz am Grunde stauen,
Beginnen sacht vom Himmel zu erzählen,

Gemengt, entwirrt nach blauen Melodien.
Wie eines Wassers Bodensatz und Tand
Regt sie des Wassers Wille und Verstand

Im Dünen, Kommen, Gehen, Gleiten, Ziehen.
Die Menschen sind wie grober bunter Sand
Im linden Spiel der großen Wellenhand.



Erich Kästner - Die andere Möglichkeit

Wenn wir den Krieg gewonnen hätten,
mit Wogenprall und Sturmgebraus,
dann wäre Deutschland nicht zu retten
und gliche einem Irrenhaus

Man würde uns nach Noten zähmen
wie einen wilden Völkerstamm.
Wir sprängen, wenn Sergeanten kämen,
vom Trottoir und stünden stramm.

Wenn wir den Krieg gewonnen hätten,
dann wären wir ein stolzer Staat.
Und preßten noch in unsern Betten
die Hände an die Hosennaht.

Die Frauen müßten Kinder werfen,
Ein Kind im Jahre. Oder Haft.
Der Staat braucht Kinder als Konserven.
Und Blut scheckt ihm wie Himbeersaft.

Wenn wir den Krieg gewonnen hätten,
dann wär der Himmel national.
Die Pfarrer trügen Epauletten.
Und Gott wär deutscher General.

Die Grenze wär ein Schützengraben.
Der Mond wär ein Gefreitenknopf.
Wir würden einen Kaiser haben
und einen Helm statt einem Kopf.

Wenn wir den Krieg gewonnen hätten,
dann wäre jedermann Soldat.
Ein Volk der Laffen und Lafetten!
Und ringsherum wär Stacheldraht!

Dann würde auf Befehl geboren.
Weil Menschen ziemlich billig sind.
Und weil man mit Kanonenrohren
allein die Kriege nicht gewinnt.

Dann läge die Vernunft in Ketten.
Und stünde stündlich vor Gericht.
Und Kriege gäb's wie Operetten.
Wenn wir den Krieg gewonnen hätten -
zum Glück gewannen wir ihn nicht!



Franz Kafaka

Wenn du vor mir stehst und mich
ansiehst, was weißt du von den
Schmerzen, die in mir sind, und was
weiß ich von deinen. Und wenn ich
mich vor dir niederwerfen würde und
weinen und erzählen, was wüsstest
du von mir mehr als von der Hölle,
wenn dir jemand erzählt, sie ist heiß
und fürchterlich. Schon darum
sollten wir voreinander so ehrfürchtig,
so nachdenklich stehen
wie vor dem Eingang zur Hölle.



Heinrich Heine

Schattenküsse, Schattenliebe,
Schattenleben, wunderbar!
Glaubst du, Närrin, alles bliebe
Unverändert, ewig wahr?
Was wir lieblich fest besessen,
Schwindet hin, wie Träumerein,
Und die Herzen, die vergessen,
Und die Augen schlafen ein.

dieses gedicht spricht mir aus der seele. es ist so wahr, aber ich kann nichts machen. bin gefangener der entfernung



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